Imago-Paartherapie

Viele Erkrankungen haben als Grundkonflikt Beziehungsstörungen, unausgesprochene Verletzungen, halbe Abschiede, undefinierte Beziehungen oder nicht erfüllte Beziehungssehnsüchte.

Trotz unserer psychotherapeutischen Ausbildung haben meine Frau und ich immer wieder bemerkt, dass wir in der Begleitung von Paaren mit ihren Beziehungskonflikten an Grenzen gelangen und wir waren dann sehr froh, die Imago-Paartherapie kennenzulernen. Das hat nicht nur uns als Paar viel Erleichterung und noch intensivere Verbindung gebracht, sondern wir haben in der Imago-Paartherapie eine Methode kennengelernt, wie wir Menschen in ihrer Sehnsucht nach Verbindung und Autonomie so begleiten können, dass sie wieder lebendige Beziehungen leben können.

Unsere LehrerInnen, Evelin und Klaus Brehm, Sabine und Roland Bösel und Hedi und Yumi Schleifer haben uns über Jahre begleitet. Als Paar, das nun schon seit vielen Jahren in Beziehung lebt, fühlen wir uns nach wie vor als Lernende.

Die Kunst im Imago-Paardialog besteht darin, über eine Brücke in das Land des Partners/der Partnerin zu wandern und dort behutsam als Gast zu reisen, gut zuzuhören, zu verstehen und sich auch einfühlen zu können. Die Herausforderung in den Imago-Paardialogen erleben wir vor allem darin, das Reaktive zu vermeiden, auf den Machtkampf zu verzichten, um so wieder Verbindung herstellen zu können.

Oft haben wir mit Paaren zu tun, die in Sprachlosigkeit nebeneinander leben und sich ihr Bedürfnis nach Nähe nicht eingestehen wollen oder können. Wenn wir solche Paare begleiten, ist es für uns jedes Mal berührend zu sehen, welche Kraft und Potentiale geweckt werden, wenn Menschen es schaffen, in einem Schutzraum einander achtsam zu begegnen.

Aus persönlicher Erfahrung und der Erfahrung in der Begleitung von vielen Paaren sind wir von diesem Zugang in der Arbeit mit Paaren überzeugt, besonders weil wir damit den Menschen jenes Werkzeug vermitteln können, mit dem sie ohne therapeutische Hilfe gut in Verbindung bleiben können und ihre Beziehung wachsen kann.

Sigrid und Georg Wögerbauer

“Lass mich endlich in Ruhe – über neue Erkrankungen und was diese mit Beziehung zu tun haben”
Ein Text von Dr. Georg Wögerbauer für den Imago-Spiegel, Ausgabe 10, Herbst/Winter 2009